Echo..

Tagebuch (Ausschnitt)

552018

Beim Datum schreiben erinnere ich mich wiederholt daran, dass ich seit 18 Jahren länger lebe als gedacht. Danke an Allen, die mir dabei geholfen haben!

 

Die Nachbarn hatten heute einen Lauf.
Lauf heißt so viel wie, dass sie alle ein Anliegen hatten und irgendwie dasselbe wollten, nämlich dass ich so agiere wie sie es wollen.

Mittags in den Garten gehen, wenn die direkte Gartennachbarin in der Mittagshitze Unkraut jätet ist vielleicht nicht die beste Idee, wie sich herausstellte. Nach meinem freundlichem gut gelaunten Moin wurde scheinbar gemutmaßt, dass ich nicht wirklich ausgelastet wäre. Und so fing dann das Dilemma an. Ich solle doch das Unkraut, oder einfach erst mal alles was direkt an unserer Gartengrenze wüchse, entfernen.
Das sagt sie mir, der Naturgartenliebhaberin, die jeden einzelnen Grashalm um Verzeihung bittet wenn ich sie mähen muss, geschweigen denn die Gänseblümchen… ach je.
Nun ja, es kam dann etwas unerwartet für sie, das Gespräch wurde zum Widerstreit. Weil ich ja noch gut ausgeruht war habe ich mich verbal erst mal gewehrt.
ihre Argumente waren vielleicht nicht die Besten, meine Gegenargumentation traf sie zu arg. Habe dann ein bisschen das entfernt was sie madig machte und versucht konstruktive Lösungen für ihr Problem zu finden. Am Ende haben wir aber noch einen Weg gefunden um uns relativ gut auszutauschen.
Zuvor, im ersten Impuls dachte ich noch daran, gar nichts zu antworten und gleich den Rasenmäher anzuwerfen. Einfach als Krachkulisse. Um sie zu ärgern. Hatte ja dieses Jahr noch nicht gemäht. Dann aber erst mal verbal meinen Unmut losgelassen.
Trotzdem musste ich aus organisatorischen Gründen zumindest probieren, ob der Rasenmäher den Winter überlebt hat und habe es dann auch kundgetan. Mit dem Hinweis, dass ich in der kommenden Woche sonst für Ersatz sorgen müsste und das Gras dann doch noch länger werden würde.
Ich habe daraufhin sehr sorgfältig (für meine Verhältnisse) gemäht. Auch habe ich um Rat gefragt, ob ich den Gundermann (Heilpflanze) um der Sandkiste herum nicht doch lieber stehen lasse? Und gesehen wie man Menschen in Gewissensbisse stürzt. Wir fanden einen Kompromiss (obwohl es mein Garten ist) 😉

Zwischendrin, dann der nächste andere Nachbar, den ich jahrelang nie zuvor gesehen hatte, der mich ganz anders ansprach. Er rief ein freundliches Moin und Hallo zu mir und fragte, ob ich das Stück Ligusterhecke zu seiner Grenze noch schneiden möchte! .. er hat wirklich gefragt ob ich möchte!.. oder ob er es machen soll. Ich erwiderte, dass mir momentan das Werkzeug fehlt und wenn er es mir leihen würde auch sofort schneiden würde, ansonsten warten müsste, bis ich das Werkzeug besorgt hätte. (Anmerkung für Gartenanfänger: Liguster ist eine eine Sado-Maso-Hecke: Sie muss geschnitten werden, zum Leidwesen der Schneidenen, weil sie sonst hoch bzw seitwärts schießt (ausufert) und gegebenenfalls bei starkem Wind und Wetter umfällt). Seine Antwort (also die des Nachbarn) fiel erstaunlich höflich aus, indem er ankündigte es selbst am Wochenanfang zu erledigen, wenn er den Grünschnitt auf meinem Teil des Gartens entsorgen könnte. Für mich war das ok.
So ok, aufgrund der höflichen Anfrage, dass ich mir noch Werkzeug besorgte und die Angelegenheit weitgehend selbst per Hand ohne Elektrik und dafür mit vielen Blasen an den Händen erledigte.

Essenz für Eilige, die gescrollt haben: Zwei Ansprachen, zwei Ergebnisse.
Abends bin ich dann zu einer dritten Nachbarin rüber in ihren Garten und fragte, ob sie nicht auch noch etwas zu sagen hätte, der Tag schiene dafür günstig zu sein. Sie lachte und fing an zu erzählen…
Ok, das ist dann mal ein Thema für einen anderen Beitrag.
See you soon!

Hoffe ich doch 😉